Ramsdorf meets Norway

AAqua News Oktober 2002

In diesem Sommer waren drei unserer Vereinskameraden in Südnorwegen im Urlaub - jeder auf seine Art und Weise. Thomas Trute war mit Fliegenrute und Kamera unterwegs, Ferdi Bradenbrink machte die Reise mit Freunden und Martin Richtler nutzte die Zeit zum Dorsch- und Makrelenfischen auf der Nordsee.

Thomas war im August drei Wochen in Südnorwegen. Mit der Fähre ging es von Hirtshals nach Kristiansand. Von dort führte der Weg nach Norden Richtung Odda, Hemsedal, über Fagernes ins Dovrefjell, dann nach Røros und zum Femundsee und zur Glomma. Nach einer Stippvisite in Schweden ging es zurück über die Øresundbrücke nach Deutschland. Obwohl Thomas meist mit der Kamera unterwegs war (und damit traumhafte Aufnahmen gemacht hat, wovon ihr euch auf den Bildern unten überzeugen könnt), hat er auch ein paarmal mit der Fliegenrute sein Glück versucht. Ein besonderes Prachtexemplar, eine 42-er Bachforelle, wurde in dem mitgebrachten Wok geräuchert. In der wunderbaren norwegischen Landschaft schmeckte der geräucherte Fisch natürlich nochmal so gut. Aber auch sonst hat Thomas sich gut umgesehen. Minks, Elche (einmal sogar eine Elchkuh mit Kalb), viele Vögel, Rentiere machten das Norwegen-Feeling komplett. „Eines Nachts hörte ich nicht weit entfernt Wölfe heulen.” erinnert sich Thomas, „wenn man so alleine im Zelt liegt, wird einem dabei schon ein wenig mulmig. Aber nach kurzer Zeit waren die Wölfe wohl weiter gezogen.” Besonders faszinierend war die Begegnung mit einem Fjellfischer. Der war auf dem Weg zum Nachtangeln und hatte für seinen Rottweiler extra ein Stück Lammfell mitgenommen, „damit er sich nicht den Hintern abfriert”, wie sein Herrchen grinsend meinte. Ja ja, die Norweger! Natürlich hat Thomas sich für euch auch nach geeignetet Urlaubszielen umgesehen. Besonders zu erwähnen ist die Gegend um Hemsedal, wo man an vier Flüssen und achtzehn Gewässern mit einer Karte angeln kann (Wochenkarte für 200 nkr). Außerdem bietet die Landschaft unzählige Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.

Impressionen aus Norwegen von Thomas Trute.

Ferdi Bradenbrink und Frau waren im Spätsommer mit zwei befreundeten Ehepaaren ebenfalls in Südnorwegen. Sie hatten ein gemütliches Haus in der Nähe von Lyngör am Oslofjord gemietet. „Die Fischerei selber war nicht so ergiebig, da aufgrund des in Norwegen wochenlang herrschenden heißen Wetters das Wasser viel zu warm war”, erinnert sich Ferdi. „Dennoch haben wir von dem Wetter profitiert, denn es ging täglich zum Baden in einer kleinen Bucht mit Sandstrand.” Was die Angelei betraf, konte das zum Haus gehörende Motorboot für Touren zwischen den Schären bis auf das offene Meer genutzt werden. „So haben wir beim Schleppen so viel Fisch (Makrelen, Hornhecht und kleine Seelachse) gefangen, dass wir nicht verhungern mussten” lächelt Ferdi. Ansonsten haben die drei Paare viele Autotouren ins Umland unternommen, um den Sonnenschein und die herrliche Gegend zu genießen. Für das nächste Jahr steht Ferdis Reiseziel auch schon fest. Allerdings soll es dann zum Romsdalsfjord an der Westküste gehen. Ferdi kennt die Ecke bereits von früheren Reisen. Zum einen ist die Landschaft wilder und rauher. Viele landschaftliche und kulturelle Traumorte sind dort in ausgedehnten Autotouren zu bestaunen: der Briksdalsbreen (Europas größtes Inland-Gletscherfeld), der Geirangerfjord, das gewaltige Sognefjell, die Stabkirche von Urnes, der wildzerklüftete Atlanterhavs-Veien, die Trollstigen mit ihrem herrlichen Panorama und der trickreichen Abfahrt über elf Haarnadelkurven und Wasserfälle im Überfluss. Und was die Angelei betrifft, findet man an der Westküste eine größere Artenvielfalt: Steinbeißer, Heilbutt, Seelachs, Makrele, Schellfisch, Rotbarsch, Seezunge, Leng, Dorsch und sogar Rochen hat Ferdi dort gefangen.

Ferdi und seine Freunde haben sichtlichen Spaß an ihrem Fang. Rechts: So kann man’s aushalten: In dem geräumigen Haus war Platz genug für die Reisegruppe.

Fotos: Ferdi Bradenbrink

Martin Richtler hat seinen diesjährigen Norwegen-Trip unter das Motto „Fischen-Essen-Relaxen-Schlafen” gestellt. Er fährt schon seit einigen Jahren immer wieder in die Gegend bei Lyngdal westlich von Kristiansand. Mittlerweile kennt er die Ecke sehr genau und weiß auch, was ihn bezüglich der Fischerei dort erwartet. „Die beste Zeit für Makrele und Dorsch ist dort der Spätsommer” weiß Martin, „dann ziehen die Schwärme entlang der Küste.” Notwendig ist dafür neben guten Navigations- und Wetterkenntnissen ein Boot mit einem starken Außenborder, um die mitunter starke Brandung meistern zu können. In den Jahren zuvor ist Martin meistens mit einem oder mehreren Freunden nach Lyngdal gefahren. Dieses Jahr war er alleine unterwegs, was auch im Bezug auf die Fischerei anders ist. „Wenn man sich gleichzeitig um die Angel und das Boot kümmern muss, wird es hektisch. Paternosterangeln kann man dann vergessen. Stattdessen war eine einfache Handangel sehr erfolgreich, nachdem ich in den ersten Tage meinen Vorrat an Blinkern auf dem Meeresgrund versenkt habe.” Martins Tag begann meist bereits beim Sonnenaufgang. „Die Morgenstunden sind einfach traumhaft”, schwärmt er. In aller Ruhe frühstückte Martin, packte seine Sachen zusammen und fuhr mit dem Boot gemächlich über den Fjord tuckernd los, um die Gegend zu erkunden und sich einen Platz zum Fischen zu suchen. „Das Wetter war herrlich warm, allerdings wehte auf dem Wasser meist ein frischer Ostwind”, erinnert sich Martin. Abends wurde der Fang zubereitet und in aller Ruhe gegessen. Danach noch ein wenig vor der Hütte sitzen, eine Zigarette rauchen, Fläschen Bier dabei und den Gedanken nachhängen und dann früh schlafen gehen - Erholung pur! Gefangen hat Martin Makrelen und ein paar Dorsche. „Nichts Großes, aber dafür sehr schmackhaft.”

Martin mit einem schönen Exemplar seines Fangs. Rechts: Bei einer solchen Aussicht lässt’s sich aushalten.

Fotos: Martin Richtler

 

© Isabell Raschke 2008