Von Moddefarken und Moddekarpfen

AAqua News September 2001

Ende März hatte der Angelverein Gelegenheit, die Fische in den Überlaufbecken der Ramsdorfer Kläranlage abzufischen. Was dabei ans Tageslicht kam und zu welchen „Ferkeleien” es dabei kam, lest ihr hier.

Kühle, klare Luft und strahlender Sonnenschein erwartete die Helfer, die sich mit Keschern, Stiefeln, Wathosen und anderem Material um 8 Uhr an der Kläranlage einfanden. Die Mitarbeiter der Kläranlage hatten bereits am Vortag begonnen, das Wasser abzulassen.

Da der Teichgrund sich als äußerst schlüpfrig erwies und somit nicht ohne Ausrutschrisiko zu durchwaten war, zog man das Netz vom Ufer aus mit Seilen langsam zusammen. Am Ufer standen dann Helfer mit Keschern, um die Fische zu fangen und in das Transportbecken zu setzen. Was waren da für Brocken bei! Im ersten Teich kamen unter viel „Boh!” und „Wahnsinn!” elf dicke Karpfen von durchschnittlich 20 Pfund zum Vorschein, die dementsprechend Wirbel machten, als sie sich plötzlich ihrer Freiheit beraubt in den Keschern wiederfanden.

Im zweiten Teich erwies sich das Netz alsd etwas zu schmal. Also mussten ein paar Freiwillige mit ihren Wathosen in das sumpfige Nass steigen, um das Netz zu führen. Dort konnten zwar nur drei Prachtexemplare gefangen werden, dafür aber jede Menge kleine Karpfen zwischen fünf und zwanzig Zentimetern. Außerdem fanden sich in dem schlammigen Netz ein paar Gründlinge. Ja, Schlamm und Faulgase meldeten sich auch zu Wort! So musste das Netz an Land sorgfältig nach Fischen durchsucht werden, damit keiner in dem schlammigen Brei übersehen wurde. Wie die Angler nach Ausglitschen, Einsinken und in-der-Modde-wühlen aussahen (und vor allen Dingen rochen), braucht man wohl nicht weiter auszuführen...

Die Karpfen wurden gegen Mittag behutsam in die Oberaa gesetzt, wo sie langsam und majestätisch im sonnenglitzernden Wasser verschwanden. Also aufgepasst: Wer es demnächst mit diesen Karpfen aufnehmen will, sollte etwas Stabileres als nur eine Stipprute und eine dünne Schnur einsetzen. Sonst könnte es passieren, dass es KNACKS sagt...!

Impressionen vom Moddekarpfen-Abfischen.

Fotos: Isabell Raschke

 

 

© Isabell Raschke 2008