Das Binden ist des Fischers Lust

Die Eintagsfliege gehört biologisch zur Ordnung der Insekten und hat mit einer Fliege im herkömmlichen Sinne wenig zu tun. Ihre Larven leben im Wasser, wobei die einzelnen Arten sich an die unterschiedlichen Gewässertypen angepasst haben, was durch Körperbau und Lebensweise deutlich wird. Es gibt vier verschiedene Arten. Die in der Aa lebenden Formen graben im Gewässergrund oder in der Uferwand mit ihren dolchartigen Oberkiefern Gänge.

Die meisten Eintagsfliegenarten ernähren sich vom Algenbelag der Steine und Wasserpflanzen. Die Atmung erfolgt durch dünne sogenannte Tracheenkiemenblätter, die an beiden Seiten des Hinterleibs sitzen. Die jüngsten Larven haben noch keine Kiemenblätter, sie nehmen den im Wasser gelösten Sauerstoff per Hautatmung auf. Man muss schon genauer hinsehen, um das scheinbare Knäuel von Ästchen und verkrustetem Schlamm als getarntes Insekt zu erkennen. In dem dichten Haarkleid sammelt sich Schlamm, welcher im Laufe der Zeit mit kleinen Ästchen verklebt und so für eine perfekte Tarnung sorgt. Warum sind dann Eintagsfliegen dennoch so beliebt bei den Fischen? Das hat etwas mit dem Sex zu tun...

Von der Larve bis zur Puppe: Schlupfstadien einer Maifliege.

Fotos: Thomas Trute

 

 

© Isabell Raschke 2008