Das Binden ist des Fischers Lust

Was vielfach so einfach aussieht, braucht bei genauerem Hinsehen viel Geduld und Übung - und ausreichende Kenntnis der Techniken. Diese konnten alle Interessierten bei dem mehrteiligen Fliegenbindekurs erlernen. Vor allem die Jugendlichen waren an beiden Lehrgangstagen im Ramsdorfer Pfarrheim mit Begeisterung dabei. Mehrere erfahrene Binder standen ihnen mit Rat und Tat zur Seite, vor allem, wenn es darum ging, mal eine etwas aufwendigere Fliege zu binden.

Aber auch die Anfänger lernten hier, was zum Aufbau einer Fliege gehört. Denn nur „so’n bisken Fell um den Haken tüddeln“ reicht bei Weitem nicht für eine fängige Fliege. Da muss schon mehr kommen: Angefangen bei der Auswahl des richtigen Materials wie Federn, Fell, des Hakens (natürlich ohne Widerhaken), dem geeigneten Bindegarn ist es wichtig, die Materialien fest und sicher zu verarbeiten.

Also wurde mit Eifer gebunden, was die Haken hielten. Neben unscheinbaren Insektenimitaten wurden auch zum Teil sehr exotische Fliegen hergestellt. Am zweiten Kurstag stand neben dem Binden vor allen Dingen das Werfen mit der Fliegenrute im Vordergrund. Geübt wurde auf dem Rasen hinterm Pfarrheim. Besonders wichtig ist dabei, dass Körper und Rute eine Einheit bilden. Nur so hat der Fischer das Gefühl für das exakte Platzieren der Fliege, was einen großen Teil des Fangerfolges ausmacht. Denn ohne diese Fertigkeit ist es äußerst schwierig, dem Fisch die Fliege so zu präsentieren, dass er den „Betrug“ nicht merkt und zuschnappt.

Diejenigen Kursteilnehmer, die noch nie eine Fliegenrute in der Hand hatten, lernten, wie sie die Wurfbewegungen gleichmäßig und ruhig ausführen, damit die Schnur in weiten Schleifen über dem Kopf des Anglers hin und her zischt - gar nicht so einfach, wie einige feststellten. Aber nach einer Weile waren schon die ersten Fortschritte erkennbar und die Wurf-Lehrlinge fühlten sich immer sicherer.

Am Ende des Kurses konnten fast alle Teilnehmer tolle und vor allem auch brauchbare Fliegen vorweisen, die mit Sicherheit beim ersten Angelgang in diesem Jahr schon zum Einsatz kamen - und hoffentlich den gewünschten Erfolg brachten. Und auch der Spaß ist bei der ganzen Aktion sicher nicht zu kurz gekommen. Aber wieso - das kann man nicht erklären, da muss man selber beigewesen sein!

Jörg Roosen beobachtet Matthias Brumann beim Binden der ersten Fliege (links). Hendrik Osterkamp bindet das Grundgerüst seiner Fliege (mitte). Eine schöne Maifliege (rechts).

 

Feinarbeit ist angesagt (links). Synchron-Fliegenfischen - erstmalig bei Fliegenbindelehrgang zu bestaunen (rechts).

Fotos: Isabell Raschke

 

 

© Isabell Raschke 2008